Bickell, Gustav

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Bickell, Gustav Wilhelm Hugo (* Kassel, Curhessen 7. Juli 1838 † 15. Jan. 1906 Wien/ Austria) Prof.


Dichtungen der Hebräer

Zum erstenmale nach dem Versmaße des Urtextes übersetzt von Gustav Bickell

Innsbruck, Tirol: Verlag der Wagner'schen Universitäts- Buchhandlung

Imprimatur: keine

I. Band: Geschichtliche und prophetische Bücher

Innsbruck: wie oben, 1882

Pe.png Wortstimme

Keiner unter Göttern

Gleicht dem Gotte Frommvolk's.

Hehr auf Wolken fährt Er,

Bringt dir Schutz vom Himmel;

Ist seit Urzeit Zuflucht,

Hält mit ew'gem Arm dich;

Treibt vor dir den Feind fort,

Sagt zu dir: vertilg' ihn!

Israel wohnt sicher,

Jakob's Quell gesondert

Wo viel Korn und Wein reift,

Thau der Himmel triefet.

Heil dir, wer ist gleich dir,

Volk, von Gott begnadet,

Der dir Schild der Hilfe,

Schwert, des du dich rühmest?

Schmeicheln muß der Feind dir;

Seine Höh'n beherschst [*] du.

Deuteronomium 33

* sic!


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Zum Buch:

Dieses in 12° gemachte und in Fraktur gedruckte Buch mit VIII und 136 Seiten beinhaltet die Lieder aus folgenden alttestamentlichen sowie einem deuterokanonischen Buch:

  • Gen 49 • Exo 15 • Num 21, 23, 24 • Deut 32, 33 • Richt 5
  • 1. Sam 2 • 2. Sam 1, 23 • Judith 16
  • Jes 9, 10, 11, 12, 14, 25, 26, 27, 34, 35, 37, 38, 42, 44, 49, 52, 60, 61
  • Jer 12, 17, 18, 50 • Klagel. 1 bis 5
  • Ezech 19 • Amos 1, 2, 6, 8 • Jonas 2 • Osee 14 • Mich 4 • Nahum 1 • Hab 3.

Alle Verse sind kolometrisch gesetzt, was die Lesbarkeit erleichtert, Versnummern sind aber nicht beigegeben. Auf vier Seiten Vorbemerkungen erläutert Bickell seine Übersetzermethodik.

Betreffs der Rezensionen zu diesem Werkes gab es naturgemäß sowohl Zustimmung als auch harsche Ablehnung von anerkannten Autoritäten. Unter den scharfen Kritikern befand sich auch der katholische Theologe und Bibelübersetzer Jakob >Ecker, der Bickells Arbeit als „Werk der Willkür" kritisierte wegen der "Addierung der angeblichen Textveränderungen" und sogar als Vernichtungsrecension eine Broschure dazu veröffentlichte. (So aus einer Verlagsverlautbarung der Wagner'schen UB)

II. Band: Job, Dialog über das Leiden der Gerechten

Innsbruck: wie oben, 1882

Pe.png Wortstimme
Erbarmt euch mein o Freunde,

'Den Gottes Hand getroffen!

Warum verfolgt auch ihr mich,

Zerreißet meine Ehre?

O würden eingegraben,

Verzeichnte meine Worte,

Mit Blei und Eisengriffel

In Felsen eingehauen!

Ich weiß, es lebt mein Retter,

Wird noch auf meinem Staub stehn;

Zuletzt wird Gott mein Zeuge,

Läßt meine Unschuld schauen,

Die ich allein jetzt schaun kann,

Mein Auge und kein andres.

Es schmachtet meine Seele,

Die rastlos ihr vefolgt.

[Cap. 19]
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Zum Buch:

Der zweite Band ist in vorliegendem Buch dem ersten beigebunden (XII & 92 S.). Weggelassen sind jedwede Kapitel– und Verszählungen, so dass es schwierig ist, bestimmte Stellen aufzufinden.

Das Buch Job ist nur betreffs der Dialoge übertragen, die Rahmenerzählung ist fortgelassen. Die Reden Eliu´s und einige andere Teile sind als "spätere Eischaltungen" deklariert. Bickell hat dem Text sieben Seiten seiner Vorbemerkungen vorangestellt.

III. Band: Der Psalter

Innsbruck: wie oben, 1883

Pe.png Wortstimme

Jehova ruft der Erde,

So weit der Sonne Lauf reicht.

Aus Sions Schönheitskrone

Erstrahlt Er, kann nicht schweigen.

Vor Ihm einher frißt Feuer,

Und um ihn her braust Sturmwind.

Er ruft den Himmel oben,

Die Erde zum Gerichte.

Versammelt Seiner Wahl Volk,

Das opfernd mit Ihm Bund schloß!

Da kündet an der Himmel,

Daß Gott Gericht wird halten.

"Nicht straf' Ich dich ob Opfer,

Die du mir stets ja darbringst.

Nicht mag Ich deine Rinder,

Die Böcke deiner Hürden."

Psalm 50 (49)


Herr, für alle Zeiten Zuflucht,

Gott von Ewigkeit auf ewig,

Eh' die Berge wurden, warst Du,

Eh' der Erdkreis ward geboren!

Du zermalmst die Menschen wieder,

Läßest sie zum Staub zurückgehn.

Denn vor Dir ist ein Jahrtausend

Eine Wache in der Nacht nur.

Hin wie Gras, das Morgens aufblüht,

Abends welket und verdorrt ist,

Schwinden wir vor deinem zorne,

Sind verscheucht vor Deinem Grimme.

Psalm 90 (89)
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Zum Buch:

Kartonierter Sedezband, XII (2) & 280 Seiten ist dieses Buch stark. Ab S.III findet sich ein Inhaltsverzeichnis, (2) Ss "Nachträge zu dem ersten Bändchen" folgen (für die Texte Isaias 10 & 61; Jerem. 17 und Amos 2)

Alle Psalmen sind übertragen nach Bickells metrisch- rhythmischer Vorgabe. Fehlende Verszahlen erschweren leider das Finden bestimmter Stellen. Eine gesonderte Einleitung hat das Buch nicht, daher sind die Vorbemerkungen in Band I maßgebend. Auf S. 279 sind noch einige Berichtigungen zu lesen.

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IV. Band: Die salomonischen Dichtungen. Jesus Sirach (Weisheit Jesu, des Siraciden)

Dieser Band war geplant, ist aber, soweit bekannt, nicht (mehr) erschienen.


Biogramm:

Gustav Bickell war nach der Lektüre und Bearbeitung eines Werkes von Ephräm dem Syrer, der über die "unbefleckte Empfängnis" Mariens, der Mutter Jesus', geschrieben hatte, derart beeindruckt, daß er die von den Eltern überkommene protestantische Glaubensweise zugunsten der römisch- katholischen aufgab. Daher die beiden Kreuze in der Namenszeile. Weiteres über den Hessen, der nach Österreich ging, unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Bickell sowie www.bbkl.de/b/bickell_g.shtml