Babor, Johann

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Kreuz8.gif


Babor, Johann (* Radomischel, Böhmen 8. März 1762 † 21. Nov. 1846 Olmütz, Mähren)


Uebersetzung des neuen Testaments

[nach dem Griechischen,] mit erklärenden Anmerkungen.

Zum Gebrauche der Religionslehrer und der Prediger, von Johann Babor

Wien (Austria): Bey J. B. Degen, Buchdrucker und Buchhändler

Erster Band: Die vier Evangelien

Wien: wie oben. 1805

Imprimatur: nicht ausgewiesen
Koph.png Wortstimme


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Buch in Frakturdruck; VII & 274 S.; Schriftexte zweispaltig, reichhaltige Fußnoten samt Verweisstellen. Die Widmung des Buches auf dem Titel geht

"An Seine Eminenz Fürst=Bischöfliche Gnaden Herrn Herrn Anton Theodor der h. r. Kirche Cardinalpriester von Colloredo, Erzbischof von Olmütz und Herzog, des heiligen römischen Reichs Fürsten, der königlich böhmischen Kapelle Grafen, und des heilige Stephans apostolischen Königs=Ordens Großkreuz u.s.w. / seinem gnädigsten Herren und Oberhirten." [Anton Theodor v. Colloredo-Wallsee-Mels (1729–1811)]

Eine gut einseitige Vorrede, datiert Sternberg d. 24. März 1804, schreibt u.a.,

»


Zweyter Band: Die Apostelgeschichte und die Briefe des h. Paulus

Wien: wie oben. 1805

Imprimatur: nicht ausgewiesen
Koph.png Wortstimme


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Buch in Frakturdruck; IV, 123 & (1) S.; Schriftexte zweispaltig, reichhaltige Fußnoten samt Verweisstellen. Die undatierte Vorrede umfasst eine Seite. Die weiteren Bücher sind eingeleitet.

Dritter Band: Die katholischen Briefe und die Offenbarung es heil. Johannes

Wien: wie oben. 1805

Imprimatur: nicht ausgewiesen
Koph.png Wortstimme


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Buch in Frakturdruck; IV, 123 & (1) S.; Schriftexte zweispaltig, reichhaltige Fußnoten samt Verweisstellen.

Der Übersetzer schrieb eine einseitige "Vorrede", die nicht datiert ist. Die Briefe sind auf fünf Seiten eingeleitet.



Biogramm:

”Doctor der Theologie, ehemals k. k. Professor der morgenländischen Sprachen und biblischen Literatur an dem Lyceum zu Olmütz; nun aber Sr. Eminenz Fürst=Erzbischöfllichen Gnaden von Olmütz Rathe, Consistorial=Assessor, Dechant und Stadtpfarrer in Sternberg“

"Johann Babor, der den Vater schon in seinem neunten Jahre verlor, war ohne Vermögen zurückgelassen worden. Einer seiner Anverwandten zu Böhmisch-Kromau nahm sich des hilflosen Knaben an, ließ ihn in der deutschen Sprache unterrichten, und schickte ihn auf seine Kosten in die dortigen lateinischen Schulen der Jesuiten, und behandelte ihn überhaupt mit väterlicher Sorgfalt. Unterstützt von seinem Wohltäter konnte er seine Studien fortsetzen, er widmete sich daher der Philosophie zu Passau, und von hier aus wurde er 1780 Benediktiner im Stifte Seitenstetten in Niederösterreich; er zeigte sehr großen Eifer für die theologischen Wissenschaften, worin zwei Mitglieder des Ordens Maurus und Hieronymus seine Lehrer waren. Beide, sowohl als auch sein würdiger Abt, Ambros Rixner, der die Wissenschaften überaus schätzte, waren treffliche Männer, denen Babor sehr viel zu danken hatte. Die schöne Stiftsbibliothek kam ihm bei seiner Ausbildung sehr gut zustatten; er verlegte sich nebenbei auf Geschichte und schöne Literatur, und ging mit diesen Kenntnissen ausgerüstet 1783 auf die Universität nach Wien. Kirchengeschichte und biblische Auslegungskunde waren die beiden vorzüglichsten Zweige seines Faches, denen er nunmehr allen seinen Fleiß weihte; er machte auch Fortschritte in den für jeden gebildeten Mann erforderlichsten europäischen Sprachen, hauptsächlich aber, in Bezug auf seine Bestimmungswissenschaft, bot er alle seine Kräfte auf, sich gründliche Kenntnisse von den morgenländischen Sprachen zu erwerben. Er hörte darüber nicht nur akademische Vorlesungen, auch alle seine Privatstudien richtete er für diesen Zweck ein. Was das Arabische betrifft, so ist er darin das meiste dem vorzüglichen Unterrichte des berühmten Orientalisten, des Hofrats bei der geheimen Staatskanzlei in auswärtigen Geschäften und Präfekten der k. k. Hofbibliothek, Bernard Freiherr von Jenisch (1734–1807) schuldig. Er kam inzwischen in das geistliche Generalseminar; hier war er besonders darauf bedacht gewesen, sich zum künftigen Prediger zu bilden, und arbeitete an der so nötigen praktischen Entwickelung seiner Anlagen. Er wurde bald Repetitor der Kirchengeschichte im Seminar, später der hebräischen Sprache und der Hermeneutik des neuen Testaments, dann Studienpräfekt, entsagte darauf dem Mönchsstande, und erhielt am 22. Juli 1787 als Weltpriester die Weihen. Aus Vorliebe für die Kirchengeschichte warb er um die damals erledigt gewesene Kanzel dieses Wissenschaft zu Preßburg, wurde aber erst am 26. Aug. 1789 zum ordentlichen Professor der orientalischen Sprachen und der biblischen Auslegungskunde am Lyceum zu Olmütz ernannt. Am 30. April 1790 erhielt er zu Olmütz den theologischen Doktorsgrad. Der Kaiser von Oesterreich belohnte ihn für seine Person mit einer jährlichen Zugabe von 100 Gulden zu seiner Besoldung für die abgehaltenen außerordentlichen exegetischen und dogmatischen Kollegien. Im Jahr 1790 wurde er wegen der Schwäche seiner Augen des Lehramts enthoben und zum Dechant und Pfarrer zu Sternberg und zum Konsistorialrat befördert. Dessen ungeachtet hat er 1806 doch die Anstrengung nicht gescheut, bei Mangel eines Professors der Hermeneutik und der orientalischen Sprachen in Olmütz diese Stelle bis zur neuen Besetzung zu vertreten, was durch ein halbes Jahr währte. Im Jahre 1809 wurde ihm die einträgliche Pfarre zu Olschan verliehen. Seine Reisen, die er durch einen großen Theil von Bayern, durch Böhmen, Ungarn, Österreich und Mähren machte, hat er für seine Bildung sehr genützt, indem er es zu seinem Hauptgeschäft machte, die Bibliotheken der Stifte und Klöster in der Absicht zu besuchen, um seine Kenntnisse zu erweitern. Was die verschiedenen Sitten, Gebräuche und der Charakter der Einwohner ihm an Erfahrung darboten, faßte er mit forschendem Auge auf."

(Quelle: Die lebenden Schriftsteller Mährens - Ein literärischer Versuch von Joh. Jak. Heinr. Czikaus, Seite 23-28; Brünn, bei J. G. Trassler, 1842)

Babor war, obwohl zeitlebens katholisch, ein ausgewiesener Kritiker der Hierarchie und des Papsttums; vor allem, weil die Kirche das Mittel der Exkommunikation seiner Meinung nach zu häufig einsetzte.