Böttger, Curt

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Böttger Carl Paul Curt (* Halle a.d. Saale 9. Aug. 1889 † 25. Juli 1938 .....) Dr. phil.


Inhaltsverzeichnis

Das Evangelium nach Johannes

Nach dem Urtext übersetzt und erläutert von Dr. Curt Böttger

Pfullingen in Württemberg: Johannes Baum Verlag o. J. (ca. 1925)

Reihe: Evangelien der Seele 4.

Sigma.gif Wortstimme

"IM ANFANG IST DAS WORT,

UND DAS WORT IST IN GOTT,

UND GOTT SELBST IST DAS WORT.

Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ward nichts, das geworden ist.

In ihm ist Leben, und sein Leben ist das Licht der Menschen.-

Und das Licht leuchtet in der Finsternis,

und die Finsternis kann es nicht auslöschen."

Kunde vom Logos I: 1.3-4
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Der mit einem Drudenfuß – Pentagramm samt Titel "Neugeist" bewehrte kartonierte Oktavband (76 & (4) S. Antiquadruck) aus Mitte der zwanziger Jahre bringt den Evangeliumstext - davon allerdings nur eine größere Auswahl- mit Kapitel- und Versangaben. Böttger begründet im Vorwort, das leider weder verortet oder datiert ist, unter anderem: "Weggelassen ist ferner alles, was für uns heute ohne Wert ist, also alles äußere und geschichtliche Beiwerk, vor allem die langatmigen Erörterungen zur Sabbatfrage. Der Zweck des Buches, innere Einkehr und Vergeistigung zu fördern, rechtfertigt das freie Schalten mit dem Zusammenhang." So ist die Kreuzigungsszene im 19. Kapitel z. B. komplett fortgelassen. Jesus ist am Kreuz von Golgatha (kurz und bündig; d. Red.) verschieden. - Der Text ist in 44 Kapitelüberschriften geordnet, fairerweise hat Dr. Böttger die alten Kapitel- und Versangaben beibehalten. Den nicht unbeträchlichen Textkürzungen steht viel Raum gegenüber, der Autoren jeglicher Coleur eingeräumt wird, die Sinnfälliges zum Text beitragen konnten: der Häufigkeit nach vertreten sind folgende Namen: Bo Yin Ra (d.i. Josef Anton Schneiderfranken, (1876- 1943), Harriette & F. Homer Curtiss, A. Schopenhauer, Mystiker jeder Richtung, Kirchenväter und auch fromme Christen wie Ludwig Schneller.



BöttgerJoh.png

Ausführlichere Zitate aus der Bhagavat Gita "bereichern" manche Evangeliumstexte. In der Nikodemus- Geschichte z. B. könnten ohne weiteres die Wege der Seelenwanderung nachvollzogen werden. Die Kommentare lesen sich flüssig und entbehren nicht einer gewissen Faszination. Orthodox christlich Gläubige werden dieses Buch aufgrund des darin vertretenen Gedankengutes als "New Age" beurteilen. Einiges, was sich darin findet, kann man jedoch heute in charismatischen Kreisen wiederentdecken.


Biogramm:

Curt Böttger kann einer esoterischen Gruppierung „Neugeist“ zugeordnet werden, die dem theosophischen Milieu entstammt. Der Johannes Baum Verlag im württembergischen Pfullingen war das deutsche Zentrum der ursprünglich aus den Vereinigten Staaten herrührenden Bewegung "New Thought" (Ph. P. Quimby 1806 - 1866). Ziel war die Verinnerlichung und Vergeistigung des Menschen. Die Neugeistbewegung richtete sich vornehmlich gegen den im 19. Jhdt vorherrschenden Materialismus. Ihr bekanntester Vertreter war Karl Otto Schmidt, Pseudonym "Hilarion" (siehe Artikel im BBKL und weiter unten!).- Der Verlag nannte sich auch „Prana-Verlag“ und gab u.a. eine Schriftenreihe heraus, die sich „Weiße Fahne“ titelte und mystisch- spirituelles, hinduistisches und neo-buddhistisches Gedankengut verbreitete. Er wurde während der Nazizeit geschlossen. Viel später wurde beim Hermann Bauer- Verlag, Freiburg i. B., eine Zeitschrift "esotera" herausgebracht, die die Nachfolge der "Weißen Fahne" antrat. - Curt Böttger übersetzte etwa 1925 die Bhagavat Gita, den hinduistischen „Gesang des Erhabenen“, ins Deutsche.

Aus einer Datenbank "Personaldaten von Lehrern und Lehrerinnen Preußens" sind folgende Angaben zu Curt Böttger zu entnehmen:

  • evangelischen Bekenntnisses, Sohn des Bankprokuristen Paul Böttger.
  • Reifeprüfung: 12. März 1908 an der Städt. Oberrealschule Halle/ Saale. Universitätsstudium von Ostern 1908 bis Ostern 1912, während des Sommersemesters 1912 unterbrochen durch ein Privatstudium.
  • Von Michaelis [=Ende September] 1912 bis Michaelis 1913 in Königsberg, Preußen.
  • März 1914 Lehramtsprüfung in Königsberg, Pr.; Lehrbestätigung für Deutsch, Englisch und Religion.
  • Seminarjahr Herbst 1914 zu Wittenberg, Prov. Sachsen. Feste Anstellung im höheren Schuldienst in Preußen Okt. 1927.
  • Promovierung zum Dr. phil. Ende Januar 1913 zu Königsberg, Pr.; Stud. Assessor, ab 1927 Studienrat in Halle/ S.
  • Letzter Eintrag: Anstellung an der Helene–Lange–Schule zu Halle/ S. im August 1933.

(Quelle: http://bbf.dipf.de/kataloge/archivdatenbank)

Im Biogramm genannter Neugeistler Karl Otto Schmidt, Pseudonym "Hilarion" (*Laboe, Holstein 26. Januar 1904 † 21. Dez. 1977 Reutlingen, Württ.) veröffentlichte unter anderem folgenden Titel: Das Thomas- Evangelium. Geheime Herren- Worte frühchristlicher Handschriften. Ergolding 1977