Böhmerle, Theodor

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Böhmerle, Theodor (* Esslingen am Neckar 25. Juni 1870 † 7. Jan. 1927 Langensteinbach, Baden) Pfarrer


Der zweite Thessalonicherbrief

Eine gemeinemäßige Auslegung und Übersetzung [Von] Theodor Böhmerle

(Langensteinbach, Baden : Selbstverlag des Verfassers 1925)
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Reutlingen, Württ.: Verlag Philadelphia- Buchhandlung A. Fuhr. Neue durchgesehene Auflage 1957

Koph.png Wortstimme

Wir aber müssen Gott allezeit danken für euch,

vom Herrn geliebte Brüder, weil euch Gott erwählt hat von Anfang

zur Rettung, in der Heiligung des Geistes und im Glauben der Wahrheit,

wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium zur Erlangung der Herrlichkeit

unseres Herrn Jesu Christi.

Also nun, Brüder, stehet und haltet die Überlieferungen,

welche ihr gelehrt wurdet, sei es durch unser Wort

oder durch einen Brief von uns.

Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus und unser Vatergott,

der uns geliebt hat und uns einen ewigen Trost gegeben hat

und eine gute Hoffnung auf dem Gnadengrunde,

Er ermahne eure Herzen und stärke sie in jedem guten Werk und Wort.

2: 13 -17
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Zum Buch:

Der broschierte Oktavband ist in Fraktur hergestellt ist. Auf den ersten Seiten ist die Übersetzung einspaltig und versweise abgesetzt gedruckt. Danach folgt eine ausführliche 10 seitige Einleitung in den Paulusbrief. Den weitaus größten Teil nimmt ab S. 22 die "gemeinemäßige Auslegung" ein. Dieses etwas ungewöhnliche Wort ist mit Bedacht gewählt; Pfr. Böhmerle übersetzt in Vers 1 den griechischen Begriff έκκλησία nicht mit "Kirche", sondern wie auch in der alten Lutherbibel zu lesen, mit dem Begriff "Gemeine", in dem das Wort "eine" steckt. Das ist alte Theologie der "Stundenleute", der pietistischen Gemeinschaften der vergangenen Jahrzehnte.

Biogramm:

Theodor Böhmerle, ev. Theologe, Pazifist. Vater: Karl Christian B., Schneider († 1919, 77 J.), Mutter Luise Pauline, geb. Hahn († 1917, 79 J.) OO 1896 Emma, geb. Sidler (1869-1961), Tochter des Brauereibesitzers Gustav S. und der Luise, geb. Fleischmann)

  • 1876 Volksschule Eßlingen
  • 1878 Lateinschule Vaihingen a. d. Enz
  • 1880-1887 Gymnasium Pforzheim, Abitur
  • 1887-1891 Studium der Theologie in Heidelberg, Tübingen, Greifswald mit Abschluß durch theol. Hauptprüfung
  • 1891-1895 Vikariatszeit in Grenzach, Mannheim, Konstanz, Nußbaum, Niefern, Durlach
  • 1893-1894 Militärzeit in Mannheim
  • 1898-1903 Pfarrer in Langensteinbach
  • 1903 Inspektor des Ev. Vereins f. Innere Mission Augsburgischen Bekenntnisses,
  • 1908 Vorstand, Bau des Bibelheims »Bethanien« in Langensteinbach
  • 1926 erneut erster Vorstand des o. e. Vereins

Acht Jahre später (1903) verzichtete er indes auf seine Pfarrei in Langensteinbach und übernahm eine Stelle im Dienste des Vereins für innere Mission Augsburgischen Bekenntnisses. Als erster hauptamtlicher Inspektor zog er nach Durlach nahe Karlsruhe. Neben der Gemeinschaftspflege oblag ihm die Förderung der Jünglings- und Jungfrauenarbeit, Evangelisation, Verbreitung guter christlicher Schriften und seit 1908 die Herausgabe des seit 1844 erscheinenden »Reich-Gottes-Boten« und des »Engelskalenders«. Die Erkenntnis, daß die verschiedensten religiösen, vielfach antikirchlichen Strömungen, die meistens in den Gemeinschaftskreisen mit ihrer Arbeit einsetzen, sich bei der zunehmenden Notlage der Kirche gegenüber dem Unglauben immer mehr Raum schaffen, ließ B. an dieser Arbeit festhalten, um die starke innerkirchliche Gemeinschaftsbewegung zu pflegen und zu stärken. Unter Würdigung dieses Gesichtspunktes wurde 1906 die Beurlaubung »auf unbestimmte Zeit« vom Evangelischen Oberkirchenrat ausgesprochen. In dem 1909 eingeweihten Bibelheim »Bethanien« erhielt der Verein in Langensteinbach seinen geistlichen Mittelpunkt. Da die Armut unter den Gemeinschaftsleuten so groß war, dass sie sich keine Zeitung leisten konnten, schrieb er jede Woche eine »Chronika« für den »Reich-Gottes-Boten«. Sie wurde immer mehr ein Zeitspiegel mit geradezu prophetischer Schau. Dabei ging es ihm darum, mit geistlichen Waffen zu kämpfen. Unerschrocken stellte er das Zeitgeschehen in das Licht der Bibel.

1919 legte B., überarbeitet, sein Amt als Vorstand des Vereins nieder, nicht zuletzt auch wegen der Verschiedenheit theologischer Auffassungen. Zwar wollte er sich als ein bedingter Fürsprecher der Evangelisation einsetzen, nicht aber der wiederaufgetauchten Zeltmission und der allzu spezialisierten Vereinsarbeit das Wort reden. Selbst an den von der »Evangelischen Konferenz der kirchlich-positiven Vereinigung in Baden« gefaßten Beschlüsse über die Wahlen (1919) nahm er Anstoß und billigte keineswegs das Frauenwahlrecht. Für ihn war die Frau nach der Schöpfungsordnung lediglich Gehilfin des Mannes; das sei ihre eigentliche und segenswirkende Aufgabe. Trotzdem kam für ihn keine Freikirche in Frage. Seine Mitarbeit wollte er auf geistliche Mittel durch Wort, Zeugnis und Fürbitte beschränkt wissen. Schon frühzeitig 1921 setzte er sich mit der Frage »Der Antisemitismus und die Bibel« auseinander. Dabei scheute er sich nicht, die die furchtbaren Gerichte über Israel - so in Polen und Russland - zu beschreiben. Er brachte daher seinen Lesern in Erinnerung, wie Israel in den jahrhundertelangen Kämpfen mit unendlichem Blutvergießen ins Gericht kam, wenn es nicht Gottes Geboten gehorchte. Gotteskinder haben mit dem Antisemitismus nichts gemein; denn dieser ist ein Gottesfeind! Gotteskinder sagen zwar den Juden die Wahrheit, auch über ihren jetzigen Fluchzustand, aber sie sagen solches in der Liebe Christi. Mit wachem Geist verfolgte er alle Nachrichten über die Juden. Sein Kurzkommentar lautet: »Sie werden bittere Zeiten mit durchmachen, aber ein Zeichen ist auch dieser Entschluss (in Palästina einzuwandern): Nationen dienen Ihnen!« -

Mancher Leser konnte seinen Ausführungen im Reichs-Gottes-Boten nicht mehr folgen, weshalb er sich nach Aussprache mit einigen Brüdern 1924 dazu entschloss, außerdem noch ein eigenes Monatsblatt herauszugeben, in dem diese Wahrheiten auf Grund der Schrift dargeboten werden sollte. Das Echo auf die Ankündigung dieser Zeitschrift »Die Gemeine« war unerwartet groß. Und so begann für ihn im Jahre 1925 eine neue zusätzliche Tätigkeit. In den monatlichen Heften folgte nach einer biblischen Einleitung eine Betrachtung unter dem Titel »Die Gemeine und ihre Glieder« in verschiedenen Beziehungen, eine biblische Schau im Zusammenhang mit der Gemeine. Er nahm u. a. auch Stellung zu den Fragen über das Geheimnis des Leibes Christi, zur Wiederbringung aller Dinge und zur Sohnschaft nach Römer 8.

Im April 1926 nochmals zum Vorstand gewählt, verließen ihn die körperlichen Kräfte im Laufe des Jahres. Im Kreise der Familie und in Anwesenheit einiger Brüder verschied er Anfang Januar 1927. Böhmerles Nachfolger im Amt des Hausvaters des Bibelheims Bethanien zu Langensteinbach war ⇒ Pfleiderer,_Adolf (Quelle: Badische Biographien, Band 2 - Seite 45f)