Aufbringungswerk der Jüdischen Gemeinde

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AUFBRINGUNGSWERK DER JÜDISCHEN GEMEINDE ZU BERLIN

(Herausgeber): Der Vorstand:


Martin Meïr Salomonski (* Berlin 24. Juni 1881 Mem.png nach dem 16. Okt. 1944 KZ Auschwitz, Kr. Bielitz, Schlesien) Rabbiner Dr. phil., Leiter Aufbringungswerk

Heinrich Stahl (* Berlin- Rudow 13. April 1886 Mem.png 4. Nov. 1942 KZ Theresienstadt, Böhmen) Vorsitzender Aufbringungswerk

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Oben: Aufruf im Gemeindeblatt der JG Berlin von 22. September 1934. 



DAS BÜCHLEIN RUTH ✡ רות

Eine Festgabe zu Schowuaus [hebr. / dt.]

Herausgeber: Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Aufbringungswerk. 1936

Koph.png Wortstimme

Boas antwortete: Ich habe ganz genau erfahren, welche Liebe du deiner Schwiegermutter nach dem Tode deines Mannes erwiesen hast.

Du hast Vater und Mutter und dein Heimatland verlassen und bist zu einem Volk gekommen, das du überhaupt nicht kennst.

Möge Gott dir diese Tat vergelten und dein Lohn vollkommen sein vom Gotte Israels, zu dem du gekommen bist, um dich unter seinen Flügeln zu bergen.

Ruth sprach: Ich finde Gande in deinen Augen, mein Herr, du hast mich so getröstet und deiner Magd zu Herzen geredet, und dabei bin ich doch nicht einer deiner Mägde gleich.

Ruth II


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Zum Buch:

Heinrich Stahl, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, schrieb zusammen mit Rabbiner Dr. Martin Salomonski, dem Leiter des Aufbringungswerkes, das Vorwort zu dieser Gabe zum Fest der Wochen, Schawuot. Zu lesen ist:

„Sieben Wochen nach Beginn des Pessach begeht Israel das Schowuausfest, an dem sich Gottes Liebe am Sinai offenbart hat. Die Tora und die zehn Gebote, die von dort ausgingen, sind die kostbarsten Besitze des Judentums geworden. (.....) Wer sich davon überzeugen will, daß Nächstenliebe ein jüdisches Erbgut ist, der lese auf den folgenden Seiten das nach alten Brauche dem Schowuausfeste zugeeignete Büchlein Ruth. So klein es sein mag, es ist eine edle Perle in der Krone der Heiligen Schrift.“

Berlin: im Mai 1936. Heinrich Stahl, Vorsitzender / Rabbiner Dr. Martin Salomonski, Leiter des Aufbringungswerkes

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Heftumschlagseiten "Megilath Ruth"

Wer genau diese Übersetzung veranstaltet hat, ist nicht gesagt; das Heft ist im Schulheftformat ähnlich DIN_A 5 hergestellt. Pro Seite ist innen die Masora und in der äußeren Spalte die Übersetzung angeordnet. In der Fußnote sind ausführliche Anmerkungen zu finden. Hebräische Texte innerhalb der Anmerkung sind in rot gedruckt, aber nicht in jedem Fall übersetzt. Vier gegenständliche s/w- Illustrationen sind übers Heft verteilt.


DAS HOHELIED ✡ שׁיר השירים

Eine Gabe zum Pessachfest [hebr. / dt.]

[Herausgeber:] Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Aufbringungswerk. März 1937

Koph.png Wortstimme

Wie einen Siegelring

Leg mich ans Herz,

Wie einen Siegelring

An deinen Arm,

Gleich stark bei Tod und Liebe ist der Harm,

Hart wie das Grab ist des Eifers Schmerz.

Ihre Gluten glutender Brand,

Wie ein Feuer aus Gottes Hand.

Mächtige Wasser löschen die Liebe nicht aus,

Nicht überflutet sie der Ströme Braus.

Und gäb eine Mann um Liebe seines Hauses Gut und Geld,

Dann schmäht, verachtet ihn die Welt.

Kap. VIII
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Zum Buch:

Dieses recht aufwändig gestaltete Heft ist, wie die anderen (außer Klagelieder) in altem Schulheft- Format (DIN_A5) hergestellt. Der Vorstand der JG Berlin, Heinrich Stahl und Martin Salomonski, unterzeichneten das im März 1937 zu Berlin geschriebene Vorwort. Geboten ist der Urtext des Hohelieds in einer dichterischen Übesetzung. Leider ist ein Autor derselben nicht genannt. Dieses biblische Juwel möge bei Alt und Jung Freude und religiösen Sinn wecken und mehren, so der Wunsch der beiden Herren.

Dem Hohenlied angefügt erscheint ein Berichts- Teil über die Arbeiten und Verpflichtungen der Gemeinde in kurzen und klaren Ziffern. Weiterhin ist ein Spendenaufruf enthalten, „damit kein Jude ohne Sederfeier und Mazzoh bleibe und jeder die Tage der einstigen Befreiung aus Ägypten nach dem Brauchtum unserer Väter begehen und Gott danken kann".

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Umschlagseiten (links) mit hebr. Titel »Schir HaSchirim« „Lied der Lieder"

DAS PROPHETENBUCH JONA ✡ יונה

Eine Gabe zum Jahre 5697 [hebr.- dt.]

[Herausgeber:] Aufbringungswerk der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. (Im September 1936)

Koph.png Wortstimme

Da sprach einer zum andern: Laßt uns losen,

damit wir erfahren, durch wen dieses Unglück über uns gekommen ist.

Sie warfen Lose, und das Los fiel auf Jona.

Da sprachen sie zu ihm: Jetzt sage uns, warum dies Unglück uns deinetwegen trifft.

Was ist dein Beruf und wo kommst du her, wie heißt deine Heimat und zu welchem Volke gehörst du?

Da sagte er zu ihnen: Ich bin ein Jude und den Ewigen, den Gott des Himmels, fürchte ich, der das Meer und das Land geschaffen hat.

Da fürchteten sich die Männer sehr und sie sprachen zu ihm: Warum hast du das getan?

denn die Menschen wußten, daß er vor Gott flüchtete. Das hatte er ihnen gestanden.

Kap. 1: 7- 10
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Zum Buch:

Festgabe zu Rausch Haschonoh und Jaum Kippur: 10. Tischri 5697 – Schabbes, 26. Sept. / 1. Tishri 5697 – Donnerstag, 17. Sept. 1936.

Wie nahezu alle Hefte des Aufbringungswerkes ist auch dieses in altem Schulheftformat (DIN_A5) gemacht. Auf jeder Heftseite ist innen die Masorah, außen die Übersetzung angeordnet. Reichhaltige Anmerkungen stehen in den Fußnoten. Vier gegenständliche Zeichnungen, die mit dem Schrifttext in Verbindung stehen, sind den Kapiteln zugeordnet.

Stahl und Salomonski schrieben das Vorwort, das mit »Alle mögen den Bund schließen« übertitelt ist.



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oben links: Heftumschlag mit Zitat Psalm 89: 16
»Beglückt das Volk, das Jubelruf kennt« mit Schofarbläser 
über Erez Israel mit See Genezareth und Totem Meer sowie 
den Städten Jerusalem, Tel Aviv und Haifa (ungenannt).
Die Domkuppel ganz links ist mit dem »Magen Dovid« geziert.   
links: Hinweis im Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde Berlin
16. Sept. 1936


MEGILLATH ECHA ✡ איכה

[Rolle der Klagelieder] • Getreue Wiedergabe aus der Antwerpener Bibel vom Jahre 1566

und der alphabetarischen Übersetzung von Ludwig Philippson, Leipzig 1859

Mit dem Stich „Jeremias auf den Trümmern Jerusalems" von [Eduard Julius] F[riedrich] Bendemann

Berlin: Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Aufbringungswerk.

Druck: Otto Gröner (Inh.: Franz Loewenson) Berlin N 4. Gedruckt im Jahre 1938, Auflage 4000

Zum 9. Ab 5698 (der im Jahre 1938 am 10. Ab, 7. Aug., begangen wird.)
ÜBERREICHT VOM AUFBRINGUNGSWERK DER JÜDISCHEN GEMEINDE ZU BERLIN
Koph.png Wortstimme

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Zum Buch:

Dieses kleine und völlig unscheinbare Büchlein in Sedez- Format fällt aus dem üblichen Rahmen: es ist völlig schmucklos und nur s/w gedruckt. Von hinten ist vor der Masora das alte Titelblatt der Anversaer- Bibel (siehe Foto unten) eingefügt. Von vorne ist der einspaltige Text des Klageliedes in der Üs von Ludwig Philippson in Antiqua abgedruckt. Der kartonierte Umschag trägt hinten (hebräisch vorn) das Siegel des Aufbringungswerks (Foto unten). Es existiert kein wie immer geartetes Vorwort, wie etwa in den anderen Heften. Ob eine Papiernot dies zur Ursache hat, ist nicht bekannt.


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Großes Bild zeigt die Reprographie des Titels der o. g. „Antwerpener Bibel" von 1566: "Ejcha" = Wehe! und "Anversah" = jiddisch: Antwerpen

DIE ROLLE KOHELET ✡ מגלת קהלת

[Mit Bildern von E. M. Lilien]

Eine Festgabe zum Tischri 5699 [hebr. / dt.]. Vom Aufbringungswerk der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Berlin: [Herausgeber:] Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Aufbringungswerk. Ende September 1939. Auflage 5000


Koph.png Wortstimme

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Zum Buch:

Wie auch in oben gelisteten Heften Ruth, Jona und Hohelied haben der Vorstand Heinrich Stahl und der Leiter des Aufbringungswerkes Rabbiner Dr. Martin Salomonski das "Wort zur rechten Zeit" verfasst, datiert Berlin, Erew Rausch haschono 5698/ 5699, also zum Neujahrsfest September 1938. Leider ist auch hier kein Übersetzer genannt. Der Antiquadruck ist zweifarbig, Kernstellen des Predigers sind rot abgesetzt.

Die Bilder des Jugendstilkünstlers Ephraim Mosche Lilien stammen aus dem Werke E. M. Lilien von Lothar Brieger.

Das Büchlein TIRZU mit einem Anhang ✡ 5696 תרצ’ו

und vielen Bildern.

[Eine Festgabe zum Rausch Hoschonoh 5696]

Berlin: [Herausgeber:] Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Aufbringungswerk. 1935. Druck: Max Lichtwitz, Berlin SW 19

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Ein Gott des Wissens ist der Ewige,

Und vor ihm werden die Taten gewogen.

I Samuel 2:3

Höre Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig.

Gepriesen sei sein Name, seine Herrlichkeit und sein Reich für immer und ewig.

Liebe den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft.

Es mögen diese Worte, die ich dir heute gebiete, in deinem Herzen sein.

Sage sie immer wieder deinen Kindern, sprich häufig davon, wenn du zu Hause bist, wenn du auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst, wenn du erwachst.

Binde sie zum Zeichen an deine Hand; sie sollen ein Stirnband zwischwen deinen Augen sein,

Schreibe sei an die Pfosten deiner Hauses und an deine Tore,

Das Schma: 5 M. 6:4f 

..

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Zum Buch:

DIN_A5 Heft, 29 Seiten. Illustrationen. Text in Antiqua. Schrift- und Gebetstexte hebräisch / deutsch.

Im Untertitel auf S. 1 heißt es »Der gute Mensch schafft seinen Jahren Segen«

Der Begriff "TIRZU" ist eine Buchstabenkomposition aus der hebräischen Jahreszahl zum Neujahr [5]696 (1935/36) תרצ’ו, so ausgesprochen. In der von H. Stahl und M. Salomonski unterzeichneten Vorrede heißt es dazu weiter: ».. und "Tirzu" heißt: Ihr sollt Gefallen haben, oder in verständlicherer Übersetzung: Es soll euch gefallen! Damit ist gemeint, daß das neue Jahr uns gefallen soll, und daß wir an den Dingen Gefallen haben, die auf den folgenden Seiten empfohlen werden, nämlich an der Übung unseres heilige Brauchtums, an einer Lebensauffassung, die Gläubigkeit und Frömmigkeit bewußt und auch mit Würde und echtem Wohlwollen vereint und sich mit demütiger Hingabe gürtet.« [Rückblickend muß man sagen, dass dieser Neujahrswunsch nicht in Erfüllung ging, das Gegenteil war der Fall, zumindest für diejenigen, die es nicht schafften oder schaffen wollten, das Land rechtzeitig zu verlassen]

Dieses Heft ist das vierte, das das Berliner Aufbringungswerk seit "dem vergangenen Jahre herausgibt", so vom Vorstand der JG Berlin 1935 geschrieben.

Folgende Gebete sind hebräisch / Deutsch enthalten: Das SCHMA Israel, das Tischgebet, das Kidduschgebet für den Sabbat, das Kaddischgebet, das Adaun aulom (Adon olam). Weiterhin die Aufforderung, an der Haustüre eine Mesuso (Mesusa) anzubringen, die Knaben durch Beschneidung am achten Tag in den Bund Abrahams einzuführen, eine jüdische Ehe zu führen, die Toten zu begleiten und andere Tugenden mehr wie Zedaka (Wohltaten) für andere. Beschlossen wird das Buch durch einen Festkalender für das Jahr 1935/ 36.
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ZEDOH LADORECH / Das Buch der Wegzehrung.

Herausgeber: Aufbringungswerk der Jüdischen Gemeinde zu Berlin:

Berlin: Jüdischer Kulturbund in Deutschland e.V. Februar 1940 / 5700.

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Zum Buch:

Dieser Titel fehlt noch im Archiv.

Kl. 8°. 90 & (2) S. Original Halbleinen. Illustrationen entstammen dem Werk E. M. Lilien von Lothar Brieger. Heinrich Israel Stahl gewidmet.

Aus dem Vorwort, datiert Berlin, Erew Rausch haSchone 5698/5699:

"Das kleine Buch ist keine übliche Sammlung der Gebete, sondern ein Andachtsheft, das den Bedürfnissen aller unserer Auswanderer entsprechen soll." . Hebräisch / deutsch. - Herausgegeben und Vorwort von Martin Israel SALOMONSKI.


Biogramme:

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Gedenktafel in Berlin-Rudow, Alt- Rudow 43