Auer, Peter Alois

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Auer, Peter Alois (Längenfeld/ Ötztal, Tirol 16. Juni 1802 † 12. Aug. 1866 Zirl, Tirol) Pfarrer, Geistl. Rat




Inhaltsverzeichnis

Die Psalmen

Uebersetzt von Peter Alois Auer.

Innsbruck, Tirol: In der Wagner'schen Buchhandlung. 1831.

Mit Genehmigung des hochwürdigsten fürstbischöflichen Ordinariats in Trient (o. J.)
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Jehovah, der über Alles erhabene Gott, hält Gericht, und ruft die Erde vom Aufgang bis zum Niedergang.

Gott kommt in Seiner Herrlichkeit, Er kommt vom schönen Sion, der die Krone des Landes ist.

Unser Gott schweigt nicht länger, Er kommt, vom wilden Feuer angekündet, und vom Gewittersturm umgeben.

Er ruft den Himmel aus seinen Höhen, Er ruft die Erde herzu, zum Gerichte über Sein Volk.

Versammelt euch vor Mir, die ihr Mir geweiht seid, und Meinen Bund beschworen habt!

Der Himmel ist Zeuge Meiner Gerechtigkeit. Ich Gott bin der Richter.

Merke auf, Mein Volk! Ich rede, Israel, und rufe Zeugen wider dich!

Ich bin Gott, dein Gott!

Der 49. Psalm (V)

___________________________

Herr! Du warst unsere Zuflucht durch alle Menschenalter. Ehe die Berge gegründet wurden, ehe Welt und Erde geschaffen waren, warst Du, Allmächtiger. Und von Ewigkeit zu Ewigkeit bist Du, o Gott.

Du bildetest den Menschen aus Staub. Du sprachst: „Ihr Kinder Adams! Kehrt wieder in den Staub." Tausend Jahre sind vor Dir gleich dem gestrigen Tage, gleich einer vergangenen Nachtwache.

Unsere Lebenszeit gleicht einem Bache, der schnell hinströmt, und einem Morgen, den man verschlummert.

Der 89. Psalm (V)


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Zum Buch:

Dieses seltene Buch ist kaum bekannt und in nur wenigen Bibliotheken nachgewiesen. Vorliegendes Exemplar ist, obwohl 180 Jahre alt, in außergewöhnlich gutem Zustand, wahrscheinlich nachgebunden; Format kl.- 8°, 226 Seiten, Druck in Fraktur. Auer hat kein Vorwort geschrieben, auch ist sonst nicht weiter über die Motive seiner Übersetzung zu erfahren, lediglich eine Widmung, die zum Jahr 1829 (unten) paßt:

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"Zum Andenken an die erste heilige Kommunion des Hochgebornen Herrn Ludwig Anton Graf v. Sarntheim am heil. Gründonnerstage 1831"

Die Psalmtexte sind ohne Versangaben und ohne Anmerkungen übersetzt; Sinnabschnitte sind eingefügt. Die Psalmüberschriften hat der Übersetzer nicht mitgegeben. Auer hat nach der Vulgata gezählt; welche Vorlage er benutzte, muß aus dem Text beurteilt werden. Die Schreibung des Gottesnamens »Jehovah« statt »Herr« an vielen Stellen läßt auf die Hebraica schließen. Vergleiche mit der Vulgata bestätigen diese Annahme. Somit gehört diese Übersetzung nicht zum „Mainstream" der katholischen Psalmenübersetzungen des 19. Jhdts. Die Üs des Tiroler Pfarrers mutet außerordentlich modern an, sie ist sehr flüssig zu lesen; der Verzicht auf antiquiertes Vokabular fällt dem heutigen (!) Leser/ Beter wohlwollend auf. Das liegt auch daran, daß Auer der Versuchung, die Texte in irgendeiner Reimform wiederzugeben bzw. metrisch zu übersetzen, nicht erlegen ist; hier ist also eher eine Ausnahme gegeben: der Text ist so auch heute noch (vor)lesbar.

Zur Person:

Hier ist alles bisher Bekannte über diesen Autoren: 1.) Kurznotiz im »Kaiserl. Kön. Priv. Bothe für Tirol und Vorarlberg«: "Hochw. Herrn Peter Alois Auer, Pfarrer zu Zirl": 10. Jänner 1842. Da oben genannte Geburts- und Todesangaben stimmen, hat Auer im Alter von 29 Jahren bereits die Psalmen übersetzt.

2.) Zusammen mit Alois Moriggl hat er die Kirche "Zum Heiligen Kreuz" zu Zirl erbaut (so auf einem Photo bei Flickr, das beide Herren zusammen auf einem Gemälde zeigt (www.flickr.com/photos/russianchild007/5643011174/). Hier wird Peter Alois Auer mit „Cons." betitelt [Consiliarius = Geistl. Rat].
PeterAloisAuer.png

Bei Kollege Karlo Vegelahn finden sich genauere Daten; ich habe sie hier einkopiert:

30. Nov. 1823: erhielt von Fürstbischof Karl Franz v. Lodron die Tonsur

5. Dez. 1824: Subdiakonatsweihe

12. Dez. 1824: Diakonatsweihe

19. Dez. 1824: Priesterweihe auf den Tischtitel des Religionsfonds mit Altersdispens & Anstellung als Kooperator- Provisor in Kaltenbrunn, Bez. Landeck/ Tirol

13. Jan. 1825: Anstellung als Hilfspriester für Tarrenz, Bez. Imst/ Tirol

12. Aug. 1826: Kooperator in Hippach, Bez. Schwaz/ Tirol

10. Juli 1828: Kooperator in Oberperfuss, Bez. Innsbruck/ Tirol

21. Aug. 1828: Kooperator von St. Nikolaus in Insbruck

13. Apr. 1829: Er wird auf eigenen Wunsch aus dem Seelsorgedienst entlassen und als Hofmeister beim Grafen v. Sarntheim in Bozen/ Südtirol tätig

28. Feb. 1833: Er verläßt die Stelle als Hofmeister und tritt wieder in den Seelsorgedienst ein

15. Mai 1833: Kooperator in Telfs, Bez. Innsbruck/ Tirol

17. Jän. 1834: Kooperator in Flaurling, Bez. Innsbruck/ Tirol

30. Dez. 1835: Expositus in Unterleutasch Bez. Innsbruck/ Tirol

3. Okt. 1836: Hofmeister beim Grafen v. Trapp

1. Nov. 1837: Kooperator in Imst, Tirol

12. Juli 1841: Kurat in Zirl, Bez. Innsbruck, wo er im Sommer 1866 stirbt

ab 1861: Geistlicher Rat; seit 1865: Mitglied des Tiroler Landtages