Schärer, Johann Rudolf

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Schärer, Johann Rudolf (* Bern (Schweiz) 15. Mai 1756 † 6. Heumonat (Juli) 1829 Bümplitz, Ct. Bern) Prediger, Pfarrer, Prof.


Inhaltsverzeichnis

Die Psalmen

aus dem Grundtext metrisch übersetzt mit kurzen Anmerkungen von Joh. Rud. Schärer [Psalmen 1 bis 151]

Bern (Schweiz): in der Ludw. Rud. Walthard'schen Buchhandlung. 1812

Koph.png Wortstimme

1 Ein Lied Davids für den Musikmeister

2 Die Himmel preisen Gottes Ehre, / Das Sterngewölb´ verkündet seiner Hände Werk.

3 Ein Tag strömt seine Rede zu dem andern, / Und eine Nacht thut es der andern kund.

4 Nicht Reden sind´s noch Worte, / Die nicht vernehmlich wären.

5 Ihr Schall ertönt durch den ganzen Erdenkreis, / Ihr Ruf bis an das Zelt bewohnter Welt; / Bis da, wo das gezelt der Sonne steht,

6 Die einem Bräut´gam gleich aus ihrer Kammer tritt, / Und freudig wie eine Held die Bahn durchläuft.

7 Von jener Himmelsgränze geht sie aus, Und einlt im Kreise wieder zu ihr hin. / Vor ihrem Strahl ist nichts geborgen.

8 Vollkommen ist Jehovens Lehr, / Die Seel´ erquicket sie; / Sein Unterricht bleibt immer wahr, / Macht auch den Roh´sten weise.

9 Des Herrn Befehl´ sind recht, / Erfreu´n das Herz, / Des Herrn Gebot ist tadellos, / Erhellt die Augen.

Psalm XIX
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Zum Buch: st

Buch in Frakturdruck; XII & 260 S.; Schrifttexte einspaltig versweise gesetzt; Anmerkungen in Fußnoten. Dem Psalter ist ein Auszug aus Martin Luthers “Vorrede zum deutschen Psalter“ vorgestellt. Im Anhang steht “ein unächter Psalm aus der Alexndrinischen Uebersetzung“, nämlich Psalm 151. – Der Verfasser schrieb, datiert zu »Bern, den 30. Junius 1812.«, eine elfseitige Vorrede. Darin bemerkt er u. a.:

»Warum ich aber dennoch mit einer neuen und zwar durchaus jambisch=rhythmischen Uebersetzung zum Vorschein komme, wird das gelehrte Publikum billigermaßen erfahren wollen. (…) Deswegen aber dient ein Versuch, einer gewissen Klasse von Lesern zu gefallen, eine möglichst treue, durchaus metrische Psalm=Uebersetzung an den Tag zu fördern, keinen Tadel. Nur darf sie, wenn sie im Uebrigen den hebräischen Grundtext gleichförmig seyn soll, weder im Reim, noch in einem abwechselnden Metrum abgefaßt seyn. Ich wählte daher durchaus das jambischen Sylbenmaß; theils, weil es der deutschen Poesie das bekannteste und gewöhnlichste ist; theils, weil es sich zu allen Arten von Gedichten schickt; theils, weil es dem hebräischen Numerus, nach welchem der Ton in der Regel auf die letzte Silbe fällt, am nächsten kommt.« – Bei schwierigen Stellen hat Schärer' die seiner Zeit besten Uebersetzer und Ausleger, nämlich David Michaelis und de Wette zu Rate gezogen.

Das Buch Hiob

aus dem Grundtext metrisch übersetzt und erläutert von Joh. Rud. Schärer

Erster theil, enthaltend die Einleitung und die Uebersetzung, mit gemeinnützlichen Anmerkungen.

Bern (Schweiz): in der Ludw. Rud. Walthard'schen Buchhandlung. 1818

Koph.png Wortstimme

21 Erbarmt euch mein, erbarmt euch mein, ihr meine Freunde!

Denn Gottes Hand hat mich geschlagen.

22 Was wollt ihr mich, wie Gott, verfolgen, genügt euch nicht an meiner Leibesplage?

23 O würden meine Reden aufgeschrieben, / O daß sie in ein Buch gezeichnet würden!

24 Mit Eisengriffel und mit Bley / In Felsen eingehau´n, auf ewig:

25 „Was mich betrifft, ich weiß, mein Ehrenretter lebt, / Der letzte wird er auf dem Staube stehn.

26 „Und haben diese meine Haut zernaget, / Doch werd´ ich Gott aus meinem Leiben schau´n.

27 „Ja! schauen werd´ ich ihn – mit hold, / Ihn werden meine Augen seh´n, und nicht – mir fremd,

„Vor Sehnsucht brennt mein Eingeweide!“

Cap XIX
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Zum Buch: st

Buch in Frakturdruck; [9], LXIV & 474 S. Schrifttexte einspaltig fortlaufend, umfangreicher Fußnnotenapparat. Einleitung in das Buch Hiob ab S. XIII; ab S. 202 "Anhang erläuternder und phililogisch=kritischer Anmerkungen / besonders mit prüfender Hinsicht auf Luthers und Piscators Uebersetzungen".

Der Verfasser schrieb eine gut elfseitige "Vorrede", datiert »Bern, den 3ten Herbstmonat 1817« 



Biogramm:

Gefangenschaftsprediger in Bern; Pfarrer an der Reformierten Kirche Bümplitz, Kanton Bern; Vater von sieben Kindern.

Seit 1793 Prof. der hebräischen Sprache zu Bern; vorher seit 1785 Lehrer an der Literarschule daselbst und seit dem 8. Mai 1805 Professor des Bibelstudiums an der Neuen Akademie und erster Prorector derselben. Von 1818 bis zu seinem Tode 1829 hatte er die Pfarrstelle in Bümpliz inne.

Zur Vita des J. R. Schärer gibt es eine gewisse Unstimmigkeit: Eines seiner Bücher, getitelt »Religiöses Erbauungsbuch für Gefangene«, erschien in „neuer, wohlfeiler Orginal= Ausgabe" erst 1833. Mag sein, daß diese Neuauflage posthum, also erst vier Jahre nach seinem Tod, nachgedruckt wurde.